Das Elsass gehört zu den charakteristischsten Regionen Frankreichs. Jahrhundertelang wechselte das Gebiet zwischen französischer und deutscher Herrschaft – und diese bewegte Geschichte ist bis heute in der Architektur, der regionalen Küche und den lokalen Traditionen spürbar. Zwischen den Vogesen und der Rheinebene verläuft außerdem eine der bekanntesten Weinstraßen Frankreichs: die Route des Vins d’Alsace. Sie führt durch zahlreiche historische Weindörfer im Elsass. Diese zehn solltet ihr euch unbedingt ansehen!

Eingeklemmt zwischen den Vogesen und dem Rheintal ist dies eine ganz besondere Gegend, die vor allem auch bei Deutschen aufgrund ihrer Nähe sehr beliebt ist. Zudem ist das Elsass eines der bekanntesten Weinanbaugebiete Frankreichs mit vielen idyllischen Weindörfern. So wie diese …
Andlau: Abtei, Weinberge und Grand Cru
Auf halber Strecke zwischen Obernai und Mittelbergheim liegt Andlau, eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln und Weinbergen. Bekannt ist das Dorf für seine ehemalige Benediktinerabtei und seine drei Grand-Cru-Lagen: Kastelberg, Moenchberg und Wiebelsberg. Die Mischung aus historischem Erbe und langer Weintradition macht Andlau zu einem echten Kleinod an der Route des Vins d’Alsace, das zu Unrecht oft übersehen wird.

Kaysersberg: am Fuße der Vogesen
Nur wenige Kilometer westlich von Colmar, am Fuße der Vogesen, liegt dieses charmante Städtchen mit einem kleinen Fluss, alten Steinbrücken und einer Burgruine über dem Tal. Die farbenfrohen Fassaden spiegeln sich im Wasser, während die Weinberge bis an den Ortsrand reichen. Kaysersberg ist lebendig, ohne seinen ursprünglichen Charakter verloren zu haben – und einer der schönsten Orte für einen Zwischenstopp entlang der elsässischen Weinstraße.
Turckheim: klein, stimmungsvoll und voller Traditionen
Westlich von Colmar liegt Turckheim, bekannt für seine historischen Stadttore und den Nachtwächter, der abends noch immer seine Runde durch die Gassen dreht. Von Mai bis Oktober zieht jeden Abend zu einer festen Uhrzeit ein Einwohner in traditioneller Kleidung, mit Laterne und Hellebarde durch den Ort und verkündet, dass „alles ruhig ist“. Die Häuser von Turckheim sind wunderschön restauriert und gleich hinter den alten Stadtmauern beginnen die Weinberge.
Eguisheim: die perfekte elsässische Postkartenidylle
Eguisheim gehört zu den bekanntesten Dörfern Frankreichs, mit seinen ringförmig angelegten Gassen, bunten Fachwerkhäusern, Blumen und Brunnen. Das Dorf liegt südlich von Colmar, umgeben von Weinbergen. Bei einem Spaziergang durch den kreisförmigen Ortskern fühlt man sich fast wie in einem Märchen – und trotz seiner Beliebtheit hat sich Eguisheim erstaunlich viel von seinem ursprünglichen Charme bewahrt. Direkt vom Dorf aus könnt ihr außerdem zu schönen Wanderungen durch die umliegenden Weinberge und Hügel entlang der Route des Vins aufbrechen.

Ribeauvillé: Burgen und Winzer
Ribeauvillé ist ein langgestrecktes Städtchen, über dem auf den umliegenden Hügeln drei mittelalterliche Burgruinen wachen. Rund 20 Minuten nördlich von Colmar gelegen, ist der Ort eine lebendige Etappe entlang der elsässischen Weinstraße. Fachwerkhäuser, gemütliche Terrassen und zahlreiche Weingüter machen Ribeauvillé zu einem der charakteristischsten Weinorte der Region – mit einer gelungenen Mischung aus historischem Erbe und lebendigem Dorfleben.
Hunawihr: ruhiges Weindorf zwischen Riquewihr und Ribeauvillé
Hunawihr ist vor allem für seine Wehrkirche bekannt, die auf einem Hügel inmitten der Weinberge liegt. Von dort habt ihr einen schönen Blick auf die drei Burgen von Ribeauvillé und die sanften Hügel des Haut-Rhin. Das Dorf selbst ist klein und ruhig, und bei einigen Winzern könnt ihr zu einer Weinprobe einkehren. Perfekt für alle, die dem Trubel von Riquewihr entgehen möchten, aber ähnlich viel elsässischen Charme suchen.

Dambach-la-Ville: mittelalterliches Flair
Dambach-la-Ville ist eines der größten Weindörfer im nördlichen Elsass, mit historischen Stadttoren, Türmen und verwinkelten Gassen voller Weingüter. Die Granitböden rund um den Ort verleihen den hiesigen Weinen ihre charakteristische Frische. Dambach-la-Ville liegt unweit von Sélestat, etwa auf halber Strecke zwischen Straßburg und Colmar, und ist ein schöner Zwischenstopp für alle, die der elsässischen Weinstraße von Norden nach Süden folgen.

Riquewihr: die Perle der Weinstraße
Zwischen den Weinbergen von Ribeauvillé und Kaysersberg liegt Riquewihr, ein befestigtes Weindorf, in dem die Zeit seit dem Mittelalter fast stehen geblieben zu sein scheint. Entlang der schmalen Hauptstraße reihen sich Weingüter, bunte Fachwerkhäuser und üppig bepflanzte Blumenkästen aneinander. Im Sommer kann es hier zwar ziemlich voll werden, trotzdem gehört Riquewihr einfach zu einer Tour durchs Elsass dazu. Und den typischen Geschmack der Region erlebt ihr hier gleich mit: direkt vor den Toren des Dorfes liegen einige der besten Weinlagen des Elsass, darunter die Grands Crus Schoenenbourg und Sporen.

Bergheim: Geheimtipp an der Weinstraße
Zwischen Ribeauvillé und Rorschwihr liegt Bergheim, ein rundum von einer Stadtmauer umgebenes Weindorf und eines der am besten erhaltenen im Elsass. Hinter den Mauern entdeckt ihr gepflasterte Gassen, blumengeschmückte Häuser, Brunnen und stille Innenhöfe. Viele Besucher schauen hier nur kurz vorbei – dabei lohnt es sich gerade, etwas länger zu bleiben. Denn Bergheim gehört zu den angenehm ruhigen Orten entlang der elsässischen Weinstraße.

Mittelbergheim: zurückhaltender Charme und Spitzenweine
Im nördlichen Teil der elsässischen Weinstraße liegt Mittelbergheim, das zu den Plus Beaux Villages de France gehört. Mit seinen Sandsteinhäusern und alten Winzerhöfen wirkt das Dorf angenehm unaufgeregt und zeitlos elegant. Direkt dahinter erhebt sich der Zotzenberg, eine Grand-Cru-Lage, die vor allem für ihren Sylvaner bekannt ist. Diese weiße Rebsorte steht zwar etwas im Schatten von Riesling, Pinot Gris und Gewürztraminer, ist hier aber unbedingt eine Kostprobe wert.

Sehr frühe Weinlese im Jahr 2026
Im Elsass fand die Traubenernte 2026 außergewöhnlich früh statt; sie dauerte von Mitte August bis Anfang Oktober. Damit zählte diese Lese zu den frühesten, die das Elsass je erlebt hat. Der Grund: Wegen der außergewöhnlichen Hitze und Trockenheit im Juni und Juli reiften die Trauben viel schneller als normal. Vor 30 Jahren dagegen begann die Lese in der französischen Weinregion Elsass oft erst Ende September oder Anfang Oktober.
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Tekst: Nicky Bouwmeester CC/N’Grid (Kaysersberg), CC/Russ Bowling (Eguisheim), CC-BY Aug Girl & alh1 (Ribeauvillé), CC/Alh1 (Andlau und Dambach), CC/Antoine Sipos (Gueberwihr), CC/Jürgen Mangelsdorff (Bergheim/opening), CC/Ed Clayton (weinroute), CC/mrg.2003 (Turckheim), CC-BY Pug Girl (Riquewihr), CC/Alain Rueff (Ribauvillé), CC/Maladova (Hunawihr). Ooievaars CC-BY Pug Girl. Wijngaarden/herfst& Depositphotos.com
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