Der Markt bestimmt den Rhythmus
Die Provence ist ideal für eine kulinarische Wohnmobiltour, weil an fast jedem Wochentag irgendwo Markt ist. Statt eine lange Liste von Sehenswürdigkeiten abzuarbeiten, richtet ihr die Route nach Marktzeiten aus. Morgens wird eingekauft, mittags landet ein Teil der Beute auf dem Tisch und am Nachmittag bleibt Zeit für Dörfer, Landschaft oder einen Badestopp.

Wer die Tour erst vor Ort beginnen möchte, kann ein Wohnmobil in Frankreich mieten. Achtet dabei auf die Anzahl der zugelassenen Sitzplätze, die Küchenausstattung, Kühlkapazität und das zulässige Gesamtgewicht. Für enge Altstadtstraßen ist ein kompakter Camper angenehm, doch auch damit solltet ihr nicht versuchen, direkt zwischen den Marktständen zu parken.
Freitag in Carpentras: der große Auftakt
Die Route beginnt an einem Freitag in Carpentras. Der provenzalische Markt findet in der Regel ganzjährig freitags am Vormittag statt, ausgenommen bestimmte Feiertage. Die Stände verteilen sich über das Zentrum und bieten je nach Saison unter anderem Obst, Gemüse, Käse, Oliven, Kräuter und handwerkliche Produkte. Prüft die genauen Zeiten kurz vor dem Besuch noch einmal.

Kommt früh und stellt das Wohnmobil außerhalb des historischen Zentrums auf einem dafür geeigneten Parkplatz ab. Für den Markt reicht eine Stofftasche nicht immer aus: Eine faltbare Kiste schützt Pfirsiche, Tomaten und Gläser besser auf dem Rückweg. Frische Produkte gehören anschließend zügig in den Kühlschrank, besonders an heißen Tagen. Nach dem Markt könnt ihr Carpentras erkunden oder weiter in Richtung Luberon fahren. Im Winter kommt die Trüffelsaison hinzu. Fragt bei kostbaren Produkten nach Herkunft und Verwendung. Ein kleiner, gut geplanter Einkauf ist meist interessanter als ein übervoller Kühlschrank.
Samstag in Apt: Marktgassen im Herzen des Luberon
Am Samstagmorgen steht Apt auf dem Programm. Der Markt zieht sich durch Straßen und Plätze der Altstadt und findet in der Regel das ganze Jahr über am Samstagvormittag statt. Er verbindet den klassischen Lebensmitteleinkauf mit Textilien, Körben, Seifen und anderen regionalen Waren. Apt ist ein guter Ort, um Zutaten für ein einfaches Camperessen zu sammeln: Ziegenkäse, Brot, reife Tomaten, Kräuter, Oliven und etwas Obst ergeben ohne großen Aufwand ein Mittagessen. Wer warm kochen möchte, sollte lokale Produkte nicht unter zu vielen Zutaten verstecken. Eine Pfanne Ratatouille oder Pasta mit Gemüse funktioniert auch auf zwei kleinen Gasflammen.
Der Nachmittag gehört dem Luberon. Wählt lieber ein Dorf aus und bleibt länger, statt drei Orte in wenigen Stunden anzufahren. Große Reisemobile werden am Rand historischer Zentren geparkt.
Sonntag in L’Isle-sur-la-Sorgue: Markt und Antiquitäten
Sonntags führt die Route nach L’Isle-sur-la-Sorgue. Der provenzalische Markt wird üblicherweise donnerstags und sonntags am Vormittag abgehalten. Neben Lebensmitteln ist der Ort für Antiquitäten und Brocante bekannt. Entlang der Sorgue entsteht dadurch eine Mischung aus Wochenmarkt, Stadtbummel und Schatzsuche.



Dieser Markt wird stark besucht. Ein früher Start ist deshalb wichtiger als ein möglichst zentraler Parkplatz. Prüft vorab, welche Park- oder Shuttleangebote für euer Fahrzeug geeignet sind, und beachtet temporäre Sperrungen. Nach dem Markt bietet sich ein ruhiger Nachmittag am Wasser oder ein Abstecher in die Umgebung an.
Montag als Pausentag
Eine gute Wohnmobilroute braucht einen Tag ohne festen Markttermin. Nutzt den Montag für Frischwasser, Entsorgung und einen ruhigen Dorfbesuch. So wird aus der Genussreise kein täglicher Wettlauf gegen die Uhr.
Dienstag in Aix-en-Provence: das städtische Finale
Zum Abschluss geht es nach Aix-en-Provence. Die Stadt kennt verschiedene Märkte. Der große Markt für Lebensmittel, Blumen, Handwerk und Textilien prägt besonders Dienstag, Donnerstag und Samstag. Auch auf den zentralen Plätzen werden an diesen Vormittagen Lebensmittel angeboten; auf der Place Richelme gibt es darüber hinaus regelmäßig Produzentenstände.






Aix ist der städtischste Halt. Lasst das Wohnmobil außerhalb der engen Innenstadt auf einer geeigneten Fläche stehen und geht mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß weiter. Olivenöl, Honig, Kräuter oder Seife sind haltbare Souvenirs für die Heimreise.
Praktische Regeln für die kulinarische Camperküche
- Kauft kleine Mengen und ergänzt täglich, statt den Kühlschrank am ersten Tag zu überfüllen.
- Trennt rohe und verzehrfertige Lebensmittel und kontrolliert die Kühlschranktemperatur.
- Verwendet wiederverwendbare Taschen, Dosen und eine stabile Kiste für Gläser und Obst.
- Plant Weinverkostungen erst nach der letzten Fahrt des Tages.
- Prüft Marktzeiten rund um Feiertage immer noch einmal bei der jeweiligen Tourist-Information.
Übernachten und Umweltzonen
Für die Nacht gehören Camper auf ausgewiesene Aires de camping-car oder Campingplätze. Kommunen können Zufahrten, Parkdauer und campingähnliches Verhalten unterschiedlich regeln. Markise, Tisch und Stühle werden nur dort aufgebaut, wo das ausdrücklich erlaubt ist.
Informiert euch außerdem vor der Reise über französische Umweltzonen. Die Crit’Air-Vignette kann auch für im Ausland zugelassene Fahrzeuge beantragt werden. Welche Regeln gelten, hängt von Ort, Fahrzeug und aktueller Lage ab. Nutzt für die Beantragung ausschließlich das offizielle französische Verfahren und prüft die derzeit geltenden Vorgaben rechtzeitig vor der Abfahrt.
Frankreich schmeckt unterwegs anders
Eine Route von Carpentras über Apt und L’Isle-sur-la-Sorgue bis Aix-en-Provence zeigt, warum Wochenmärkte so gut zum Reisen mit dem Camper passen. Sie geben dem Tag Struktur, ohne ihn vollständig zu füllen. Ihr kauft dort, wo die Produkte herkommen, und habt eure kleine Küche immer dabei. Mehr braucht es oft nicht für eine Reise, die lange in Erinnerung bleibt.

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